Warum ich ausschließlich Second-Hand trage

Weil es mich glücklich macht, weil es schick und zeitgemäß ist.

Immer schlechter die Qualität, immer billiger verarbeitet, mit Chemie versetzt, in riesigen und begasten Containern zum Verbraucher geschifft, durch Kinderhände zum Glitzern gebracht, unter menschenunwürdigen Umständen genäht, geklebt, eingefärbt, gebleicht, verarbeitet – das ist Fast Fashion.

Das ist der schnellste Weg zum Umwelt-Kollaps, nur weil es heute ein blaues und morgen ein grünes T-Shirt sein muss, welches man ohnehin in vier Tagen nicht mehr anziehen möchte oder kann, weil es schlichtweg eingelaufen, verfärbt oder verzogen ist oder weil es einem einfach nicht mehr gefällt.
Die erschreckendste Aussage, die mir bisher begegnet ist, zeugte davon, dass man ein T-Shirt, je nach Preis, doch nicht waschen muss. Da erwirbt man sich doch lieber ein neues und wirft das alte in den Müll.
Im ersten Moment war ich sprachlos, im zweiten wütend.

Nicht weniger erschreckend sind Aussagen, die Kinderkleidung betreffen. Man möchte für sein Kind nur das Beste, ohne Frage und – darum muss es neu sein.
Dieser Wunsch schlägt sich zeitweise ins Gegenteil um, sind Neuwaren oftmals derart belastet, dass Allergien an Haut und Atemwegen die Folge sind.
Kurz- und langfristig wäre das wohl das Schlimmste, was man seinem Kind antun kann.
Ökologisch zertifizierte Neuware stellt einen guten Ersatz dar. Gerechtfertigt ist sie natürlich etwas teurer, kommen aber auch hier wichtige Ressourcen zum Einsatz.

Beim Duschen wird der Hahn abgedreht, beim Einkauf von Neuware wird das zehntausend-fache an Wasser vergeudet, von weiteren Belastungen abgesehen.
Man schreit förmlich hinaus, dass einem oftmals Kinderarbeit und Umwelt egal sind.

Die Schuld liegt bei Weitem nicht an den großen Unternehmen, denn sie bedienen nur den Markt der Verbraucher, der immer nur eines möchte – billige Ware.
Sie produzieren was gewünscht wird und vernichten, was zu viel ist.
Wir sind jene, die diesen Wandel genau hin in die Richtung der Vernichtung treiben. Hören möchte man das natürlich nicht.

Wir als Verbraucher sind jene, die dieses Rad am Laufen halten. Wir haben aber auch die Macht, diesen Kreislauf zu unterbrechen.

Um es in schlichten Fakten aufzuzählen:
– Second Hand schützt die Umwelt in allen Bereichen
– Second Hand ist besser für die Gesundheit, heute und auch noch morgen
– Second Hand läuft nicht mehr ein, verfärbt nicht. Du hast einfach mehr und länger davon, Schadstoffe sind ausgewaschen
– Second Hand lässt Deinen Kleiderschrank nie langweilig werden. Gönn` Dir öfter mal etwas Neues, Ausgefallenes & Schickes und das mit gutem Gewissen
– Second Hand ist günstiger, man zahlt höchstens die Hälfte des Neupreises, meist aber nur ein Drittel oder noch weniger

Hin und wieder ein wenig nachdenken, kostet nichts.

Eure NINA, oder wie man mich hin und wieder nennt, Eure Öko-Tante und ja, ich bin stolz drauf!

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